| Jahr |
Volumen (Mrd. Euro) |
Veränderung zum Vorjahr |
| 2017 |
232,4 |
+7,2 % |
| 2018 |
241,8 |
+4,0 % |
| 2019 |
275,6 |
+14,0 % |
| 2020 |
279,2 |
+1,3 % |
| 2021 |
309,4 |
+10,8 % |
| 2022 |
372,9 |
+20,5 % |
| 2023 |
384,4 |
+3,1 % |
| 2024 |
398,8 |
+3,7 % |
| 2025 |
423,5 |
+6,2 % |
Das stärkste Einzeljahr war 2022 mit einem Plus von 20,5 Prozent. Ein Teil des Zuwachses über die Jahre geht auch auf neu in den Verband aufgenommene Mitglieder zurück, deren Volumen ab dem Beitrittsjahr mitzählt. Die Reihe zeigt damit die Entwicklung des verbandlich erfassten Volumens und ist der beste verfügbare Indikator für die Größenordnung und die Dynamik des Marktes.
Factoring-Quote und Potenzial im Europa-Vergleich
Die Factoring-Quote misst das Verhältnis zwischen dem angekauften Forderungsvolumen und dem deutschen Bruttoinlandsprodukt. 2025 stieg sie auf 9,5 Prozent, den besten Wert seit 2022. Die Marke von zehn Prozent rückt damit in greifbare Nähe.
Im europäischen Vergleich zeigt sich für Deutschland noch deutliches Wachstumspotenzial. Mehrere Länder erreichen spürbar höhere Factoring-Quoten, etwa Belgien mit rund 22 Prozent, Portugal mit rund 19 Prozent und Spanien mit rund 17 Prozent (Werte für 2024). Bezogen auf vergleichbare Volkswirtschaften besteht für den deutschen Markt damit rechnerisch noch ein erhebliches Ausbaupotenzial.
Schwerpunktbranchen
Factoring wird quer durch die Wirtschaft genutzt, einige Branchen prägen den Markt jedoch besonders. An der Spitze steht unverändert der Handel, gefolgt vom Gesundheitswesen und dem Ernährungsgewerbe. Trotz der Strukturkrise im Automobilsektor behauptete sich der Fahrzeugbau auf Rang vier. Auffällig ist der Aufstieg von Herstellung von Metallerzeugnissen und Maschinenbau, mutmaßlich auch getragen vom Bereich Verteidigung.
| Rang |
Branche |
Anteil |
| 1 |
Handel und Handelsvermittlung |
20,6 % |
| 2 |
Gesundheitswesen |
16,3 % |
| 3 |
Ernährungsgewerbe |
6,2 % |
| 4 |
Fahrzeugbau |
5,9 % |
| 5 |
Herstellung Metallerzeugnisse, Maschinenbau |
5,5 % |
Factoring-Arten im Markt
Bei den Factoring-Arten dominiert weiterhin das Inhouse-Factoring, bei dem das Debitorenmanagement beim Factoring-Kunden verbleibt. Es kommt auf einen Anteil von 65 Prozent. Das Full-Service-Factoring, das auch Mahnwesen und Risikoabsicherung umfasst, liegt bei knapp 28 Prozent. Auf das Fälligkeits-Factoring entfallen rund sieben Prozent. Eine ausführliche Erklärung der Varianten bietet die Übersicht zu den Factoring-Arten.
| Factoring-Art |
Anteil |
| Inhouse-Factoring |
65,0 % |
| Full-Service-Factoring |
27,9 % |
| Fälligkeits-Factoring |
7,1 % |
Hinweis
Die Anteile der Factoring-Arten beziehen sich auf das in den jeweiligen Arten gemeldete Volumen, nicht auf den gesamten gemeldeten Umsatz.
Nationales und internationales Geschäft
Das Wachstum 2025 kam vor allem aus dem Inland. Das nationale Factoring legte um acht Prozent auf 302,9 Milliarden Euro zu und unterstreicht damit seine Bedeutung für die Liquiditätssicherung des deutschen Mittelstands. Das internationale Factoring entwickelte sich mit einem Plus von 1,9 Prozent auf 120,5 Milliarden Euro verhaltener.
Innerhalb des internationalen Geschäfts zeigte sich das Export-Factoring mit einem Wachstum von 2,1 Prozent auf 115,1 Milliarden Euro robust und entwickelte sich besser als der gesamtdeutsche Export. Das Import-Factoring ging dagegen um 2,8 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro zurück. Im internationalen Länderranking führen 2025 die Benelux-Staaten vor Osteuropa und den USA.
Anbieterstruktur: 159 zugelassene Factoring-Anbieter
Die Strukturgrundlage des Marktes bildet die bereinigte BaFin-Auswertung mit 159 zugelassenen Factoring-Anbietern. Innerhalb dieser Grundgesamtheit sind 44 Anbieter im DFV und 21 im Bundesverband Factoring für den Mittelstand (BFM) organisiert. 94 Anbieter gehören keinem der beiden Verbände an. Der Markt ist damit breiter als der Kreis der Verbandsmitglieder, was die hohe Vielfalt an Anbietertypen widerspiegelt, von großen Bank- und Konzerntöchtern bis zu spezialisierten Mittelstandsanbietern.
Regional ist der Markt klar konzentriert. Die meisten zugelassenen Anbieter sitzen in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg.
| Kategorie |
Anzahl |
| BaFin-zugelassene Factoring-Anbieter gesamt |
159 |
| davon im DFV |
44 |
| davon im BFM |
21 |
| ohne Verbandszugehörigkeit |
94 |
| Bundesland |
Anzahl Anbieter |
| Nordrhein-Westfalen |
47 |
| Bayern |
31 |
| Baden-Württemberg |
25 |
Die vollständige Übersicht der zugelassenen Anbieter findet sich im Verzeichnis der Factoring-Unternehmen.
Einordnung und Ausblick
Der deutsche Factoring-Markt zeigt sich auch 2025 robust: ein neues Rekordvolumen, das 16. Wachstumsjahr in Folge und eine steigende Factoring-Quote, und das in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld. Während das Bruttoinlandsprodukt nur um rund 0,2 Prozent zulegte, wuchs das gemeldete Factoring-Volumen mit 6,2 Prozent deutlich stärker. Das unterstreicht, welche Rolle der Forderungsverkauf als Finanzierungsbaustein im Mittelstand inzwischen einnimmt, gerade in Phasen, in denen klassische Kreditlinien enger werden.
Getragen wird die Entwicklung vom nationalen Geschäft und einer breiten Branchenbasis mit dem Handel und dem Gesundheitswesen an der Spitze. Bemerkenswert ist die Stabilität auch in Sektoren unter Druck: Der Fahrzeugbau hielt seine Position trotz Strukturkrise, und der Aufstieg von Maschinenbau und Metallerzeugnissen deutet auf neue Impulse aus Bereichen wie Verteidigung und Infrastruktur hin. Auch als Arbeitgeber wuchs die Branche und erreichte mit rund 6.600 Beschäftigten einen neuen Höchststand.
Für die kommenden Jahre stehen die Zeichen auf weiteres Wachstum, wenn auch in einem fordernden Umfeld. Die Factoring-Quote nähert sich der Zehn-Prozent-Marke, und der Blick nach Europa zeigt erhebliches Potenzial: In Ländern wie Belgien, Portugal und Spanien liegt die Quote deutlich höher, teils beim Doppelten des deutschen Werts. Setzt sich diese Aufholbewegung fort, rückt nach dem Überschreiten der 400-Milliarden-Marke perspektivisch auch die Schwelle von 500 Milliarden Euro in Reichweite. Für die Größenordnung bleibt das vom DFV gemeldete Volumen dabei der beste verfügbare Anker, der gesamte zugelassene Anbietermarkt ist mit 159 Unternehmen etwas breiter als der Verbandskreis.
Einordnung der Zahlen
Die genannten Volumina stammen vom Deutschen Factoring-Verband und bilden das Geschäft seiner Mitgliedsunternehmen ab. Eine amtliche Gesamtmarktstatistik, die alle zugelassenen Anbieter erfasst, gibt es nicht. Da der Verband im Zeitverlauf neue Mitglieder aufgenommen hat, lässt sich das reine Marktwachstum nicht exakt vom Zuwachs durch neue Mitglieder trennen. Die Zahlen bleiben damit der beste verfügbare Anker für Größenordnung und Entwicklung, ohne den Anspruch einer vollständigen Marktmessung.
Datengrundlagen
- Deutscher Factoring-Verband e.V.: Jahresbericht 2025 sowie Daten und Fakten (Volumen, Quote, Kunden, Branchen, Factoring-Arten, internationales Geschäft).
- BaFin: bereinigte Grundgesamtheit der zugelassenen Factoring-Anbieter und regionale Verteilung.
- Bundesverband Factoring für den Mittelstand (BFM): Einordnung des Mittelstandssegments.
Häufige Fragen
Wie groß ist der Factoring-Markt in Deutschland 2025?
Die im Deutschen Factoring-Verband organisierten Anbieter meldeten für 2025 ein Volumen von 423,5 Milliarden Euro, ein Plus von 6,2 Prozent und das 16. Wachstumsjahr in Folge. Diese Zahl ist der beste verfügbare Anker für die Größenordnung des Marktes und bildet das Geschäft der Verbandsmitglieder ab.
Wie hat sich das Factoring-Volumen über die Jahre entwickelt?
Das gemeldete Volumen hat sich von 232,4 Milliarden Euro im Jahr 2017 auf 423,5 Milliarden Euro im Jahr 2025 nahezu verdoppelt. Die Branche wuchs damit das 16. Jahr in Folge. Das stärkste Einzeljahr war 2022 mit einem Plus von 20,5 Prozent.
Was sagt die Factoring-Quote aus?
Die Factoring-Quote misst das Verhältnis zwischen dem angekauften Forderungsvolumen und dem Bruttoinlandsprodukt. 2025 lag sie bei 9,5 Prozent. Im europäischen Vergleich erreichen Länder wie Belgien, Portugal und Spanien deutlich höhere Quoten, was für den deutschen Markt noch erhebliches Potenzial anzeigt.
Welche Branchen nutzen Factoring am stärksten?
An der Spitze steht der Handel, gefolgt vom Gesundheitswesen und dem Ernährungsgewerbe. Auf den weiteren Rängen folgen der Fahrzeugbau sowie die Herstellung von Metallerzeugnissen und der Maschinenbau. Factoring wird damit über eine breite Branchenbasis genutzt.
Wie viele Factoring-Anbieter gibt es in Deutschland?
Die bereinigte BaFin-Auswertung umfasst 159 zugelassene Factoring-Anbieter. Davon sind 44 im Deutschen Factoring-Verband und 21 im Bundesverband Factoring für den Mittelstand organisiert. 94 Anbieter gehören keinem der beiden Verbände an.
Welche Factoring-Art ist am verbreitetsten?
Am stärksten verbreitet ist das Inhouse-Factoring mit einem Anteil von 65 Prozent, bei dem das Debitorenmanagement beim Kunden verbleibt. Es folgen das Full-Service-Factoring mit knapp 28 Prozent und das Fälligkeits-Factoring mit rund sieben Prozent.