Anbietermarkt

Factoring-Markt Deutschland 2025: Volumen, Entwicklung und Anbieterstruktur

Die im Deutschen Factoring-Verband organisierten Anbieter meldeten 2025 ein Rekordvolumen von 423,5 Milliarden Euro, das 16. Wachstumsjahr in Folge. Ein Überblick über die Zahlen des Verbands, die Schwerpunktbranchen und die Struktur des Anbietermarktes.

Benjamin Bohrmann Redaktion: Benjamin Bohrmann  |  Zuletzt fachlich geprüft: 3. Juni 2026
Marktbericht-Grafik zum Factoringmarkt Deutschland 2025 mit Modulen für Marktvolumen, zugelassene Anbieter, Verbände und Marktstruktur.
Kurz gesagt
Die im Deutschen Factoring-Verband (DFV) organisierten Anbieter meldeten 2025 ein Rekordvolumen von 423,5 Milliarden Euro, ein Plus von 6,2 Prozent und das 16. Wachstumsjahr in Folge. Die Factoring-Quote stieg auf 9,5 Prozent, 112.025 Kunden nutzten Factoring. Diese Zahlen erfassen die Verbandsmitglieder. Der gesamte zugelassene Markt umfasst 159 Anbieter mit BaFin-Erlaubnis.

Marktvolumen 2025

Das von den Mitgliedsunternehmen des Deutschen Factoring-Verbands gemeldete Volumen erreichte 2025 mit 423,5 Milliarden Euro einen neuen Höchststand, ein Plus von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit setzte die Branche ihren Wachstumstrend im 16. Jahr in Folge fort. Bemerkenswert ist das vor dem Hintergrund eines nur leicht gewachsenen Bruttoinlandsprodukts von rund 0,2 Prozent: Factoring legte deutlich stärker zu als die Gesamtwirtschaft.

Getragen wurde das Wachstum 2025 vor allem vom nationalen Geschäft, das um acht Prozent auf 302,9 Milliarden Euro zulegte. Das internationale Factoring wuchs um 1,9 Prozent auf 120,5 Milliarden Euro, wobei das Export-Factoring mit 115,1 Milliarden Euro den größten Anteil ausmachte. Insgesamt nutzten 112.025 Kunden Factoring, und die Zahl der erfassten Debitoren stieg auf über 10,9 Millionen, jeweils ein neuer Rekordwert.

Auch als Arbeitgeber wuchs die Branche: Die Mitgliedsunternehmen beschäftigten 2025 rund 6.600 Mitarbeiter, ein Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die ausführlichen Zahlen veröffentlicht der Verband in seinem Jahresbericht und in den Daten und Fakten.

Entwicklung 2017 bis 2025

Über die vergangenen neun Jahre hat sich das gemeldete Volumen nahezu verdoppelt, von 232,4 Milliarden Euro im Jahr 2017 auf 423,5 Milliarden Euro im Jahr 2025. Die Marke von 400 Milliarden Euro wurde 2024 erstmals überschritten, die 500-Milliarden-Schwelle rückt näher. Das folgende Diagramm zeigt die Entwicklung im Überblick, die Tabelle darunter nennt die genauen Jahreswerte.

Factoring-Volumen der DFV-Mitglieder, 2017 bis 2025
Gemeldetes Factoringvolumen des Deutschen Factoring-Verbands in Milliarden Euro. Es handelt sich um das Volumen der Verbandsmitglieder, nicht um eine amtliche Gesamtmarktzahl.

Quelle: Deutscher Factoring-Verband e.V. (Jahresberichte und Daten und Fakten der jeweiligen Jahre). Werte gerundet.

Jahr Volumen (Mrd. Euro) Veränderung zum Vorjahr
2017 232,4 +7,2 %
2018 241,8 +4,0 %
2019 275,6 +14,0 %
2020 279,2 +1,3 %
2021 309,4 +10,8 %
2022 372,9 +20,5 %
2023 384,4 +3,1 %
2024 398,8 +3,7 %
2025 423,5 +6,2 %

Das stärkste Einzeljahr war 2022 mit einem Plus von 20,5 Prozent. Ein Teil des Zuwachses über die Jahre geht auch auf neu in den Verband aufgenommene Mitglieder zurück, deren Volumen ab dem Beitrittsjahr mitzählt. Die Reihe zeigt damit die Entwicklung des verbandlich erfassten Volumens und ist der beste verfügbare Indikator für die Größenordnung und die Dynamik des Marktes.

Factoring-Quote und Potenzial im Europa-Vergleich

Die Factoring-Quote misst das Verhältnis zwischen dem angekauften Forderungsvolumen und dem deutschen Bruttoinlandsprodukt. 2025 stieg sie auf 9,5 Prozent, den besten Wert seit 2022. Die Marke von zehn Prozent rückt damit in greifbare Nähe.

Im europäischen Vergleich zeigt sich für Deutschland noch deutliches Wachstumspotenzial. Mehrere Länder erreichen spürbar höhere Factoring-Quoten, etwa Belgien mit rund 22 Prozent, Portugal mit rund 19 Prozent und Spanien mit rund 17 Prozent (Werte für 2024). Bezogen auf vergleichbare Volkswirtschaften besteht für den deutschen Markt damit rechnerisch noch ein erhebliches Ausbaupotenzial.

Schwerpunktbranchen

Factoring wird quer durch die Wirtschaft genutzt, einige Branchen prägen den Markt jedoch besonders. An der Spitze steht unverändert der Handel, gefolgt vom Gesundheitswesen und dem Ernährungsgewerbe. Trotz der Strukturkrise im Automobilsektor behauptete sich der Fahrzeugbau auf Rang vier. Auffällig ist der Aufstieg von Herstellung von Metallerzeugnissen und Maschinenbau, mutmaßlich auch getragen vom Bereich Verteidigung.

Rang Branche Anteil
1 Handel und Handelsvermittlung 20,6 %
2 Gesundheitswesen 16,3 %
3 Ernährungsgewerbe 6,2 %
4 Fahrzeugbau 5,9 %
5 Herstellung Metallerzeugnisse, Maschinenbau 5,5 %

Factoring-Arten im Markt

Bei den Factoring-Arten dominiert weiterhin das Inhouse-Factoring, bei dem das Debitorenmanagement beim Factoring-Kunden verbleibt. Es kommt auf einen Anteil von 65 Prozent. Das Full-Service-Factoring, das auch Mahnwesen und Risikoabsicherung umfasst, liegt bei knapp 28 Prozent. Auf das Fälligkeits-Factoring entfallen rund sieben Prozent. Eine ausführliche Erklärung der Varianten bietet die Übersicht zu den Factoring-Arten.

Factoring-Art Anteil
Inhouse-Factoring 65,0 %
Full-Service-Factoring 27,9 %
Fälligkeits-Factoring 7,1 %
Hinweis
Die Anteile der Factoring-Arten beziehen sich auf das in den jeweiligen Arten gemeldete Volumen, nicht auf den gesamten gemeldeten Umsatz.

Nationales und internationales Geschäft

Das Wachstum 2025 kam vor allem aus dem Inland. Das nationale Factoring legte um acht Prozent auf 302,9 Milliarden Euro zu und unterstreicht damit seine Bedeutung für die Liquiditätssicherung des deutschen Mittelstands. Das internationale Factoring entwickelte sich mit einem Plus von 1,9 Prozent auf 120,5 Milliarden Euro verhaltener.

Innerhalb des internationalen Geschäfts zeigte sich das Export-Factoring mit einem Wachstum von 2,1 Prozent auf 115,1 Milliarden Euro robust und entwickelte sich besser als der gesamtdeutsche Export. Das Import-Factoring ging dagegen um 2,8 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro zurück. Im internationalen Länderranking führen 2025 die Benelux-Staaten vor Osteuropa und den USA.

Anbieterstruktur: 159 zugelassene Factoring-Anbieter

Die Strukturgrundlage des Marktes bildet die bereinigte BaFin-Auswertung mit 159 zugelassenen Factoring-Anbietern. Innerhalb dieser Grundgesamtheit sind 44 Anbieter im DFV und 21 im Bundesverband Factoring für den Mittelstand (BFM) organisiert. 94 Anbieter gehören keinem der beiden Verbände an. Der Markt ist damit breiter als der Kreis der Verbandsmitglieder, was die hohe Vielfalt an Anbietertypen widerspiegelt, von großen Bank- und Konzerntöchtern bis zu spezialisierten Mittelstandsanbietern.

Regional ist der Markt klar konzentriert. Die meisten zugelassenen Anbieter sitzen in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg.

Kategorie Anzahl
BaFin-zugelassene Factoring-Anbieter gesamt 159
davon im DFV 44
davon im BFM 21
ohne Verbandszugehörigkeit 94
Bundesland Anzahl Anbieter
Nordrhein-Westfalen 47
Bayern 31
Baden-Württemberg 25

Die vollständige Übersicht der zugelassenen Anbieter findet sich im Verzeichnis der Factoring-Unternehmen.

Einordnung und Ausblick

Der deutsche Factoring-Markt zeigt sich auch 2025 robust: ein neues Rekordvolumen, das 16. Wachstumsjahr in Folge und eine steigende Factoring-Quote, und das in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld. Während das Bruttoinlandsprodukt nur um rund 0,2 Prozent zulegte, wuchs das gemeldete Factoring-Volumen mit 6,2 Prozent deutlich stärker. Das unterstreicht, welche Rolle der Forderungsverkauf als Finanzierungsbaustein im Mittelstand inzwischen einnimmt, gerade in Phasen, in denen klassische Kreditlinien enger werden.

Getragen wird die Entwicklung vom nationalen Geschäft und einer breiten Branchenbasis mit dem Handel und dem Gesundheitswesen an der Spitze. Bemerkenswert ist die Stabilität auch in Sektoren unter Druck: Der Fahrzeugbau hielt seine Position trotz Strukturkrise, und der Aufstieg von Maschinenbau und Metallerzeugnissen deutet auf neue Impulse aus Bereichen wie Verteidigung und Infrastruktur hin. Auch als Arbeitgeber wuchs die Branche und erreichte mit rund 6.600 Beschäftigten einen neuen Höchststand.

Für die kommenden Jahre stehen die Zeichen auf weiteres Wachstum, wenn auch in einem fordernden Umfeld. Die Factoring-Quote nähert sich der Zehn-Prozent-Marke, und der Blick nach Europa zeigt erhebliches Potenzial: In Ländern wie Belgien, Portugal und Spanien liegt die Quote deutlich höher, teils beim Doppelten des deutschen Werts. Setzt sich diese Aufholbewegung fort, rückt nach dem Überschreiten der 400-Milliarden-Marke perspektivisch auch die Schwelle von 500 Milliarden Euro in Reichweite. Für die Größenordnung bleibt das vom DFV gemeldete Volumen dabei der beste verfügbare Anker, der gesamte zugelassene Anbietermarkt ist mit 159 Unternehmen etwas breiter als der Verbandskreis.

Einordnung der Zahlen
Die genannten Volumina stammen vom Deutschen Factoring-Verband und bilden das Geschäft seiner Mitgliedsunternehmen ab. Eine amtliche Gesamtmarktstatistik, die alle zugelassenen Anbieter erfasst, gibt es nicht. Da der Verband im Zeitverlauf neue Mitglieder aufgenommen hat, lässt sich das reine Marktwachstum nicht exakt vom Zuwachs durch neue Mitglieder trennen. Die Zahlen bleiben damit der beste verfügbare Anker für Größenordnung und Entwicklung, ohne den Anspruch einer vollständigen Marktmessung.
Datengrundlagen
  • Deutscher Factoring-Verband e.V.: Jahresbericht 2025 sowie Daten und Fakten (Volumen, Quote, Kunden, Branchen, Factoring-Arten, internationales Geschäft).
  • BaFin: bereinigte Grundgesamtheit der zugelassenen Factoring-Anbieter und regionale Verteilung.
  • Bundesverband Factoring für den Mittelstand (BFM): Einordnung des Mittelstandssegments.

Häufige Fragen

Wie groß ist der Factoring-Markt in Deutschland 2025?

Die im Deutschen Factoring-Verband organisierten Anbieter meldeten für 2025 ein Volumen von 423,5 Milliarden Euro, ein Plus von 6,2 Prozent und das 16. Wachstumsjahr in Folge. Diese Zahl ist der beste verfügbare Anker für die Größenordnung des Marktes und bildet das Geschäft der Verbandsmitglieder ab.

Wie hat sich das Factoring-Volumen über die Jahre entwickelt?

Das gemeldete Volumen hat sich von 232,4 Milliarden Euro im Jahr 2017 auf 423,5 Milliarden Euro im Jahr 2025 nahezu verdoppelt. Die Branche wuchs damit das 16. Jahr in Folge. Das stärkste Einzeljahr war 2022 mit einem Plus von 20,5 Prozent.

Was sagt die Factoring-Quote aus?

Die Factoring-Quote misst das Verhältnis zwischen dem angekauften Forderungsvolumen und dem Bruttoinlandsprodukt. 2025 lag sie bei 9,5 Prozent. Im europäischen Vergleich erreichen Länder wie Belgien, Portugal und Spanien deutlich höhere Quoten, was für den deutschen Markt noch erhebliches Potenzial anzeigt.

Welche Branchen nutzen Factoring am stärksten?

An der Spitze steht der Handel, gefolgt vom Gesundheitswesen und dem Ernährungsgewerbe. Auf den weiteren Rängen folgen der Fahrzeugbau sowie die Herstellung von Metallerzeugnissen und der Maschinenbau. Factoring wird damit über eine breite Branchenbasis genutzt.

Wie viele Factoring-Anbieter gibt es in Deutschland?

Die bereinigte BaFin-Auswertung umfasst 159 zugelassene Factoring-Anbieter. Davon sind 44 im Deutschen Factoring-Verband und 21 im Bundesverband Factoring für den Mittelstand organisiert. 94 Anbieter gehören keinem der beiden Verbände an.

Welche Factoring-Art ist am verbreitetsten?

Am stärksten verbreitet ist das Inhouse-Factoring mit einem Anteil von 65 Prozent, bei dem das Debitorenmanagement beim Kunden verbleibt. Es folgen das Full-Service-Factoring mit knapp 28 Prozent und das Fälligkeits-Factoring mit rund sieben Prozent.